Grundlagen der Buchhaltung
Ein Leitfaden für neue Mitarbeiter bei Juwelier Otto Max
Juwelier Otto Max hat vor einem Jahr sein erstes Geschäft
eröffnet. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Eine zweite Filiale kam
hinzu, Fahrzeuge wurden angeschafft und neue Mitarbeiter eingestellt. Mit dem
Wachstum wuchs auch die Verantwortung, den Überblick über Geld, Waren und
Schulden zu behalten.
Sein Steuerberater, Herr Moritz, empfiehlt daher dringend: eine saubere und
nachvollziehbare Buchhaltung.
Warum Buchhaltung wichtig ist
Buchhaltung bedeutet, alle finanziellen Vorgänge eines
Unternehmens systematisch zu erfassen. Dazu gehören:
Einnahmen aus Verkäufen
Ausgaben für Waren,
Miete, Löhne und Fahrzeuge
Bestände an Ware, Bargeld
und Bankguthaben
Schulden und offene
Rechnungen
Buchhaltung beantwortet zentrale Fragen:
Wie viel Geld ist im
Unternehmen?
Womit wird Geld verdient?
Welche Kosten fallen an?
Wie hoch ist Gewinn oder
Verlust?
Zusätzlich ist Buchhaltung gesetzlich vorgeschrieben.
Alle Buchungen müssen vollständig, richtig, zeitnah und unveränderbar
dokumentiert werden (GoBD).
Die Rolle von PrismaNote in der Buchhaltung
PrismaNote ist das System, in dem die täglichen
Geschäftsvorfälle entstehen – insbesondere an der Kasse und im Warenbestand.
Die Software erfasst unter anderem:
Artikel mit Einkaufs- und
Verkaufskonten
Kasse, Bank und
verschiedene Zahlungsarten
Steuerkonten
Kunden- und
Lieferantenkonten
Lagerbewegungen (Zugang,
Abgang, Bestand)
Kassenbuchvorgänge
Jeder Verkauf, jede Zahlung und jede Warenbewegung wird automatisch
korrekt kontiert (Soll an Haben bzw. Konto an Gegenkonto).
Ziel ist eine lückenlose, prüfungssichere Buchhaltung, ohne manuelle
Nacharbeit.
Zusammenarbeit mit dem Steuerberater
PrismaNote ersetzt nicht den Steuerberater, sondern
liefert ihm strukturierte Daten.
Der Steuerberater:
prüft Buchungen
erstellt
Umsatzsteuervoranmeldungen
erstellt Jahresabschluss,
Bilanz und GuV
übernimmt die
Kommunikation mit dem Finanzamt
Dank der strukturierten Buchungen aus PrismaNote muss Herr
Moritz keine Belege einzeln erfassen, sondern arbeitet direkt mit den
Buchungsdaten.
Belegprinzip – ohne Beleg keine Buchung
Jede Buchung benötigt einen Beleg. Dazu zählen:
Belege, die zu Buchungen geführt haben, müssen 10 Jahre
aufbewahrt werden und dürfen nicht gelöscht werden.
Vermögen und Schulden – die Bilanz
Um die wirtschaftliche Lage von Juwelier Max darzustellen,
wird eine Bilanz erstellt.
Sie zeigt zu einem bestimmten Stichtag:
Die Bilanz besteht aus Aktiva und Passiva.
Beide Seiten müssen immer den gleichen Wert haben (Bilanzgleichgewicht).
Aktiva – Vermögensseite der Bilanz (SKR03)
Aktiva zeigen wo das Geld im Unternehmen steckt.
Anlagevermögen
0 – Immaterielle
Vermögensgegenstände
(z. B. Software, Lizenzen)
1 – Sachanlagen
(Ladeneinrichtung, Maschinen, Fahrzeuge)
2 – Finanzanlagen
(Beteiligungen, langfristige Geldanlagen)
Umlaufvermögen
3 – Vorräte /
Warenbestände
(Schmuck, Gold, Rohstoffe, Handelswaren)
4 – Forderungen und
sonstige Vermögensgegenstände
(offene Kundenrechnungen)
5 – Liquide Mittel
(Kasse, Bank, Schecks)
Aktive Rechnungsabgrenzung
Passiva – Kapital- und Schuldenseite der Bilanz (SKR03)
Passiva zeigen woher das Geld stammt.
Eigenkapital
Rückstellungen
Verbindlichkeiten
Passive Rechnungsabgrenzung
Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)
Die GuV zeigt für einen Zeitraum (z. B. ein Jahr):
Der Gewinn oder Verlust verändert das Eigenkapital in der
Bilanz. Die GuV ist Teil der Bilanz.
Soll und Haben – warum jede Buchung zwei Seiten hat
Alle Geschäftsvorfälle werden auf Konten gebucht. Jedes
Konto hat eine Soll- und eine Habenseite.
Grundregeln:
Aktivkonten:
Zugang im Soll, Abgang im Haben
Passivkonten:
Zugang im Haben, Abgang im Soll
Beispiele
Einzahlung von Bank in
die Kasse
→ Kasse an Bank 1.000 €
Zahlung einer
Lieferantenrechnung
→ Verbindlichkeiten an Bank 500 €
So bleibt die Buchhaltung jederzeit ausgeglichen.
Zusammenfassung für neue Mitarbeiter
Jeder Vorgang zählt
Jede Buchung braucht
einen Beleg
PrismaNote sorgt für
korrekte Kontierung
Der Steuerberater wertet
aus
Saubere Buchhaltung
schützt das Unternehmen
PrismaNote-Juwelier-Kontenlogik (SKR03) – mit
Standardverkäufen, Anzahlungen, Gutscheinen und Reparaturen.
Weiterhin gilt: 1000 Kasse, 1360 Geldtransit, keine Buchungen
an 1200 Bank in der Kasse
PrismaNote – Standardkonten für Juweliere
Verkäufe · Anzahlungen · Gutscheine · Reparaturen (SKR03)
Diese Konten gelten zusätzlich zu Altgold (§25a),
Anlagegold (§25c) und Scheideanstalt (§13b) und bilden den klassischen
Juwelier-Alltag ab.
4️⃣ Standardverkäufe Schmuck &
Uhren (19 % USt)
Erlöskonten (SKR03 – Beispiele)
(Trennung empfohlen für Auswertung & Statistik)
Beispielbuchungen
Barverkauf Schmuck
1000 Kasse an 8400 Erlöse Schmuck 19 %
EC-/Kartenzahlung Uhr
1360 Geldtransit an 8401 Erlöse Uhren 19 %
5️⃣ Anzahlungen 19 % USt
(z. B. Sonderanfertigung, Trauringe, Uhr bestellt)
Wichtige Logik
Konten (SKR03)
Anzahlungen (Passiva!)
Erlöse
Beispielbuchungen
Anzahlung angenommen (EC/Karte)
1360 Geldtransit an 1710 Erhaltene Anzahlungen 19 %
Anzahlung bei Abholung einlösen
1710 Erhaltene Anzahlungen 19 % an 8400 Erlöse Schmuck 19 %
➡️ PrismaNote muss Anzahlung
und Einlösung zwingend trennen.
6️⃣ Geldgutscheine
Verkauf & Einlösung
Besonderheit
Verkauf Gutschein = kein
Umsatz, 0 % USt
USt entsteht erst bei
Einlösung, je nach Leistung
Konten (SKR03)
Gutscheine (Passiva!)
Erlöse bei Einlösung
Beispielbuchungen
Gutscheinverkauf (bar oder Karte)
1000 Kasse / 1360 Geldtransit an 1740 Gutscheine
Gutschein-Einlösung (z. B. Schmuckkauf)
1740 Gutscheine an 8400 Erlöse Schmuck 19 %
7️⃣ Reparaturen (Verkauf 19 % USt)
Typische Fälle
Schmuckreparatur
Uhrenservice
Batteriewechsel
Aufarbeitung / Polieren
Konten (SKR03)
Erlöse Reparaturen
Aufwand (falls Fremdleistung)
Beispielbuchungen
Reparatur bar bezahlt
1000 Kasse an 4400 Erlöse Reparaturen 19 %
Reparatur per EC
1360 Geldtransit an 4400 Erlöse Reparaturen 19 %
Altgold · Anlagegold · Scheideanstalt (SKR03)
Zahlweg: 1360 Geldtransit (statt Bank)
Hauptkonto: 1000 Kasse
1️⃣ Altgold / Vintage-Schmuck
Differenzbesteuerung nach §25a UStG
Besonderheit
Typische Konten (SKR03)
Waren / Bestand
Erlöse (Differenzbesteuert)
Aufwand / Ankauf
Beispielbuchungen
Altgold-Ankauf bar
3030 Altgoldbestand an 1000 Kasse
Verkauf Vintage-Schmuck bar
1000 Kasse an 8405 Erlöse §25a
EC- / Kartenverkauf
1360 Geldtransit an 8405 Erlöse §25a
2️⃣ Anlagegold
Steuerfrei nach §25c UStG
Besonderheit
Steuerfrei bei ≥
995/1000 Feingehalt
Keine Umsatzsteuer im
Verkauf
Strikte Trennung von
normaler Handelsware
Typische Konten (SKR03)
Waren / Bestand
Erlöse steuerfrei
Einkauf
Beispielbuchungen
Ankauf Goldbarren (Überweisung → Geldtransit)
3040 Anlagegoldbestand an 1360 Geldtransit
Verkauf Anlagegold (EC/Karte)
1360 Geldtransit an 8120 Erlöse steuerfrei §25c
3️⃣ Scheideanstalt / Goldscheideanstalt
Reverse-Charge nach §13b UStG
Besonderheit
Rechnung ohne
Umsatzsteuer
Steuerschuld geht auf
den Leistungsempfänger über
USt/VSt nur buchhalterisch,
nicht zahlungswirksam
Typische Konten (SKR03)
Aufwand
Steuerkonten
1577 Vorsteuer
§13b
1777 Umsatzsteuer
§13b
Verbindlichkeiten
Beispielbuchungen
Eingangsrechnung Scheideanstalt
3125 Fremdleistungen §13b an 3300 Verbindlichkeiten
1577 Vorsteuer §13b an 1777 Umsatzsteuer §13b
Zahlung an Scheideanstalt (über Zahlungsdienstleister)
3300 Verbindlichkeiten an 1360 Geldtransit
4️⃣ Zentrale Zahlungslogik in
PrismaNote
Barzahlung → 1000
Kasse
EC / Kreditkarte /
Onlinezahlung → 1360 Geldtransit
Kein direktes
Bankkonto in der operativen Buchung
Bankbewegungen erfolgen außerhalb
von PrismaNote (über Steuerberater)
Merksatz für Mitarbeiter 🧠
Altgold = Marge
(§25a)
Anlagegold =
steuerfrei (§25c)
Scheideanstalt =
Reverse-Charge (§13b)
Kasse = 1000,
Kartenzahlung = 1360